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Vortrag von Karl-Heinz Hartmann:

"Eisenerz-Bergbau im westlichen Vogelsberg"

Für einen Vortrag zu diesem Thema haben wir den ehemaligen Reiskirchener Karl-Heinz Hartmann gewonnen. Der Referent, langjähriges Mitglied unserer Vereinigung, war über 20 Jahre Vorsitzender des Kulturrings Weickartshain.
Bis in die 50er und 60er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein war die Landschaft im vorderen Vogelsberg geprägt durch den Eisenerzbergbau. Seit den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts bis Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts überzog ein Netz aus Seilbahnen unsere Landschaft, große Tagebaugruben und Schlammteiche, in die der Schlamm aus den Erzwäschen gepumpt wurde, formten sie nachhaltig.
Die eindrucksvollen Gebäude der Erzaufbereitungsanlagen, von denen die größte und leistungsstärkste 1908 in Weickartshain-Seenbrücke gebaut wurde, sind längst verschwunden und existieren nur noch auf wenigen alten Fotografien, die einen vagen Eindruck vermitteln können. Aber ein paar Fundamente der Seilbahnen, Reste der Schlammleitungen, Dämme und Stauwehre zur Wasserversorgung sind noch versteckt vorhanden. Vor allem aber die inzwischen dicht bewachsenen gewaltigen Schlammteiche und einige Steilhänge vermitteln noch einen Eindruck und bieten Zeugnis aus der Zeit, in der es im vorderen Vogelsberg "nach Eisen roch" und zahlreiche Bäche durch die Waschvorgänge des Erzes rot gefärbt waren.
Neben Land- und Forstwirtschaft war der Bergbau über einhundert Jahre lang die Haupterwerbsquelle der hiesigen Bevölkerung und bot den Menschen eine Zukunft, denn vor der kommerziellen Erschließung der hiesigen Erzvorkommen gab es kaum eine Überlebensgrundlage für die bitterarme Bevölkerung. Zahlreiche Familien, ganze Dörfer, waren noch bis Mitte des 19. Jahrhunderts gezwungen auszuwandern oder sich zumindest für ein paar Jahre als "Gastarbeiter" in Frankreich oder Polen etwas Geld für die Familie zu verdienen.
In zahlreichen Ortschroniken und Anzeigeblättern wird dies sehr bedrückend belegt.
Dies besserte sich erst, als durch die Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur - z.B. dem Bau der oberhessischen Eisenbahn 1879 - der Abbau des hiesigen Erzes rentabel wurde.
Im Vortrag werden diese Epoche, ihre Entwicklung und besonders die Auswirkungen auf die Bevölkerung beleuchtet. Nach einem kurzen Einblick in die Geologie und die Historie der hiesigen Eisenerzgewinnung, der verschiedenen Abbau- und Aufbereitungstechniken, liegt der Schwerpunkt folglich auch auf den sozialen Aspekten.

Der Vortrag mit Bildern findet am Mittwoch, dem 13. März 2019, 20 Uhr im Evangelischen Gemeindesaal, Sandgasse, in Reiskirchen statt. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Der Vorstand

 

 

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